Liebe Niederräderinnen und Niederräder, liebe Freundinnen und Freunde unseres Stadtteils,
ein weiteres Jahr liegt hinter uns – ein Jahr, das uns gefordert, geprüft und zugleich zusammengeschweißt hat. 2025 war kein einfaches Jahr. Es war ein Jahr der Widersprüche, Zeiten des Neubeginns und der Erschöpfung, der Fortschritte und der Stillstände. Vieles hat uns gezeigt, wie eng Hoffnung und Verantwortung miteinander verwoben sind.
Wenn wir in diesen Tagen auf unser Niederrad blicken – auf die vertrauten Straßen, die Parks, den Main, die Menschen, die hier leben und arbeiten –, dann spüren wir, Wandel ist nicht mehr ein Wort aus Wahlprogrammen oder Zukunftsstrategien. Wandel ist zu unserem tagtäglichen Begleiter geworden. Und dieser Wandel verlangt von uns Haltung.
Doch was bedeutet „Haltung“ in einer Zeit, in der die Welt lauter, hektischer, polarisierter scheint als je zuvor? Haltung heißt für mich, sich nicht mit dem bloßen Lamentieren zu begnügen, sondern anzupacken. Haltung heißt, den Wert des Miteinanders höher zu schätzen als die Bequemlichkeit des Egoismus. Haltung heißt, die Herausforderungen des Klimaschutzes, der Digitalisierung und des sozialen Ausgleichs nicht als politische Floskeln, sondern als konkrete Aufgaben bei uns vor Ort zu begreifen.
Wir haben in Niederrad in den letzten Jahren viel bewegt. Der Stadtteilpark blüht, das Zusammenleben zwischen Jung und Alt, Alteingesessenen und Zugezogenen wächst, Initiativen für nachhaltige Mobilität und soziale Teilhabe zeigen, dass Engagement keine ferne Idee, sondern Alltag sein kann. Doch es wäre naiv zu glauben, dass dies genügt. Es reicht nicht, auf vergangenen Erfolgen auszuruhen oder Probleme an die „Verwaltung“ zu delegieren. Niederrad, das sind wir alle. Und Verantwortung, liebe Nachbarinnen und Nachbarn, ist kein bequemes Wort – sie ist anstrengend, aber unverzichtbar.
Das neue Jahr 2026 ruft uns dazu auf, nicht nur Zeugen, sondern Gestalter unserer Gemeinschaft zu sein.
Lasst uns die Vereinsamung bekämpfen, indem wir Türen öffnen.
Lasst uns nachhaltiger handeln, nicht für ein Image, sondern für unsere nächste Generation.
Lasst uns streiten, ja – aber respektvoll, auf Augenhöhe, im Wissen, dass Vielfalt kein Hindernis, sondern unsere Stärke ist.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Jahreswechsels, Dass Zukunft keine ferne, uns umgebende Kraft ist, sondern jenes zarte Geflecht aus kleinen täglichen Entscheidungen, die wir hier, in unseren Straßen, treffen. Zukunft beginnt nicht in Berlin, nicht in Brüssel, nicht im Silicon Valley – sie beginnt in Niederrad.
Ich wünsche uns allen Mut, Geduld, Humor und die Bereitschaft zuzuhören – auch dort, wo es schwerfällt. Möge 2026 ein Jahr werden, in dem wir anstrengende Wege gehen, aber gemeinsam wachsen – als Nachbarschaft, als Gemeinschaft, als Zuhause.
Ein erfülltes, friedliches und mutiges neues Jahr 2026 – für uns alle in Niederrad.
